Zakat ist eine Art Steuer für definierte Güter, die für
arme Menschen bestimmt ist. Der allgemein übliche Vergleich
mit Almosen ist hingegen nicht angebracht, da Zakat
definierten Regeln unterliegt.
Zakat gehört gemäß der
dschafaritischen
Rechtsschule zu den zehn
Zweigen der
Religion und nach den
sunnitischen
Rechtsschulen zu den
fünf Säulen und ist somit für alle
Muslime ein wichtiger Bestandteil des
Islam. Der Prophet
Muhammad (s.)
hatte nachdrücklich darauf hingewiesen, dass es von
Gott gebotene Pflicht sei,
den Armen zu helfen. Auch der
Heilige Qur'an geht mehrfach auf diese Pflicht ein (z.B.
9:60 und 2:177).
Die Zakat ist eine vermögensabhängige Abgabe. Die einzelnen
islamischen
Rechtsschulen geben unterschiedliche Angaben über die Höhe des zu
zahlenden Satzes an und auf welche Güter die Abgabe zu entfallen habe. Zudem
beinhaltet die Zakat in den
sunnitischen
Rechtsschulen auch eine Art
Einkommensteuer, die gemäß
Schia in der
Chums
(Fünftelabgabe) entrichtet wird.
Religiös gesehen hat die Armensteuer mehrere Funktionen:
- Die soziale Pflicht gegenüber der islamischen Gemeinde: Die Abgaben dienen der Unterstützung der Armen, Witwen und
Waisen.
- Der Muslim
soll durch die Zakat lernen, sein
Herz nicht an
irdischen Besitz zu hängen. Die Abgabe soll ihn von Geldgier und Habsucht
reinigen und für
ALLAH frei machen.
- Die Zakat entspricht einer "Reinigung" des restlichen
Vermögens.
Güter, für die unter bestimmten Umständen ab einem spezifischen
Mindestmaß gemäß
dschafaritischer
Rechtsschule Zakat Pflicht ist, sind:
1. Weizen, 2. Gerste, 3. Datteln, 4. Rosinen,
5. Gold,
6. Silber, 7. Kamele, 8. Rinder, 9. Ziegen
Die Zakat wird direkt an
einen
Zakat-Empfänger ausgezahlt.
Eine besondere Form der Zakat
stellt die
Zakat-ul-Fitr dar.